1920                                                                                                                      2010

Wilhelmshaven - Siebethsburg Siegfriedviertel Siegfriedviertel

1920                                                                                                                      2010

Lehndorf Kniestedt Bauhaus-Siedlung Törten

1920                                                                                                                      2010

Stadtmitte / Schillerteich Lebenstedt, Bauabschnitt 1 - 6 Lebenstedt, Bauabschnitt 1 - 6

1920                                                                                                                      2010

1920                                                                                                                      2010

Detmerode Detmerode

1920                                                                                                                      2010

Sahlkamp-Mitte Westhagen

1920                                                                                                                      2010

Mitte-Eurobau Siedlung Kanzlerfeld Mitte-Eurobau Siedlung Kronsberg - EXPO-Siedlung -

1920                                                                                                                      2010

1920                                                                                                                      2010

1920                                                                                                                      2010

1920

1930

1940

1950

1960

1970

1980

1990

2000

heute

Fast jedes Jahrzehnt hat seinen eigenen Baustil - hier werden nun exemplarisch Jahrzehnt für Jahrzehnt einige Beispiele aus unterschiedlichen Städten gezeigt. Es erfolgte eine Auswahl an Siedlungen, die das jeweilige Jahrzehnt in Planung und Ausführung am besten wiederspiegeln, wobei eine klare Abgrenzung gerade bei sehr alten Wohngebieten aufgrund von Nachverdichtungen oder Sanierungen oft sehr schwer gestaltet. Durch das Klicken auf die jeweiligen Bilder kommen sie direkt zu den Siedlungen (Weiterleitung u.a. zu machmaplazda.com).


Da sich der Architekturstil in West und Ost unterscheidet, geht es hier zu Beispielen aus der DDR.

In den 1920er-Jahren findet eine klarer Epochenwechsel statt: Die Architektur aus der wilhelminischen Zeit (wie in Wilhelmshaven, links) wird von der einziehenden Moderne abgelöst. Das Siegfiedviertel (Braunschweig) verkörpert sehr gut diesen Übergang und bietet erste Einflüsse aus der Bauhaus-Ära (Foto = Link zur Siedlung!).

Mit dem Nationalsozialismus fand eine Zäsur statt: Innovationen wie Laubenganghäuser in Dessau (mittig) zeigen die letzten Einflüsse der Bauhaus-Zeit. Ihr folgt eine romantisierte Verklärung im Städtebau, die als „Heimatstil“ ganze (neugegründete) Städte wie Salzgitter (rechts) oder vorgelagerte Siedlungen prägte (Braunschweig-Lehndorf, links). Die Bebauung wurde zunehmend mit Gartenparzellen zur Selbstversorgung aufgelockert (Foto = Link zur Siedlung!).

Im Nationalsozialismus wurden mit Wolfsburg (links) und Salzgitter gleich zwei Städte neu gegründet. Anfangs noch im „Heimatstil“ mit vielen Erkern, Türmchen, Toren und Bögen errichtet, erfolgte in den letzten Kriegsjahren eine zunehmende Rationalisierung (rechts, Salzgitter-Bauabschnitt 6).  (Foto = Link zur Siedlung!)

Die 1950er-Jahre stehen im Zeichen vom Wiederaufbau. Einmal musste schnell die Wohnungsnot behoben werden, zum anderen sollten aber auch neue Technologien, sowie der neue Zeitgeist in die Siedlungen einziehen. So wurde viel und dichter Wohnraum errichtet (links, Hamburg), mit Hochhäusern neue Bauformen und Strukturen wie der Gartenstadt-idee (Bremerhaven-Grünhöfe, mittig) und die Verwendung von Bauelementen vorangetrieben (rechts, Frankfurt/Main).

(Foto = Link zur Siedlung!)

Mit der Verwendung von Fertigelementen und ganzer vorgefertigter Gebäudekomponenten entstanden in kurzer Zeit, große und hochgeschossige Siedlungen. Es folgten Demonstrativbauvorhaben, in denen unterschiedliche Bauformen und Anordnungen „ausprobiert“ wurden - hier exemplarisch Wolfsburg-Detmerode (links und rechts). Aber auch die traditionelle Bauweise wurde großflächig angewendet, um weiterhin schnell Wohnraum zu schaffen (mittig, München-Hasenbergl). Viele Siedlungen der 1960er-Jahre sind sehr abwechslungsreich und innovativ in der Planung (Foto = Link zur Siedlung!).

Die 1970er-Jahre treiben die „Bauwut“ auf die Spitze: Immer größere, hochgeschossigere Siedlungen entstehen in kürzester Zeit dank der exzessiven Verwendung industrieller hergestellter Bauteile. Charakteristisch sind komplexe Gebäudeformen, welche Grün- oder Parkflächen wie Innenhöfe einrahmen (Hannover-Sahlkamp, links) und autogerecht erschlossen wurden (mittig, Münster-Brüningheide). Erst mit der Wirtschaftskrise besann man wieder auf ursprüngliche Bauformen und kolossale Siedlungen wie Wolfsburg-Westhagen (rechts) wurden nicht mehr fertiggestellt (Foto = Link zur Siedlung!).


In dem Jahrzehnt, wo allerorts kompakten Reihenhaussiedlungen an den Stasträndern entstanden, wurden nur noch wenige Mehrfamilienhaussiedlungen errichtet. So das Demonstrativbauvorhaben „Mitte-Eurobau“ in Garbsen (links) mit einer vielfältigeren Architektur und einer Erschließung mit Ringstraßen und verkehrsberuhigten Stich- bzw. Spielstraßen. Weiter wurden auch viele Siedlungen um Einfamilienhäuser erweitert (Braunschweig-Kanzlerfeld, mittig). (Foto = Link zur Siedlung!)

Mit der nahenden Jahrtausendwende fand ein weiterer Umbruch statt: Während immer mehr Einfamilienhaussiedlungen auf der „grünen Wiese“ entstanden, wurden weitläufige und offene Siedlungen mit Naherholungsflächen konzipiert. Diese Siedlungen entstanden vor allem an den Stadträndern (Hamburg Neu-Allermöhe). Die Siedlung Kronsberg entstand als „Stadt der Zukunft“ mit neuen, ökologischen Ansätzen im Rahmen der EXPO2000 in Hannover (rechts). (Foto = Link zur Siedlung!)

Mit der Jahrtausendwende begann ein Rückstrom der Bevölkerung in die Städte ein. Es war wieder „angesagt“, Urbanität zu „erleben“. In dieser Zeit verstärke sich die Deindustrialisierung der innenstadtnahen Bereiche: Fabriken schlossen oder wichen wegen neuer Auflagen an die Stadtränder aus. Dementsprechend begannen Planungen für die Nachnutzung ehemaliger Industrie- oder Verkehrsflächen wie in München-Riem (ehemaliger Flughafen), Hamburg-Hafencity (rechts)  oder die Erschließung von Brachflächen (mittig, Frankfurt/Main-Frankfurter Bogen). (Foto = Link zur Siedlung!)

Aktuell werden viele große, innerstädtische Flächen umgenutzt und damit wertvolle Naturflächen vor Versiegelung bewahrt bzw. die wertvolle Resource Boden geschützt. So werden ehemalige Güterverkehrsflächen in Hamburg (Altona), Stuttgart (Stuttgart21) oder Leverkusen (Opladen) zu Wohnraum umgewandelt (rechts: Frankfurt/Main-Europaviertel), alte Kasernen zur Nachnutzung in Wohnsiedlungen integriert (Augsburg: Sheridan-Park, mittig; Neu-Ulm: Wiley-Süd, links) oder für kleinere Wohngebiete in fast jeder Stadt ehemalige Fabrikstandorte saniert (unten links, Braunschweig-Westliches Ringgebiet). Zeitgleich findet der flächenhafte Rückbau großer Wohnsiedlungen in Städten mit starker Abwanderung statt (unten mittig, Halberstadt-Nord; unten rechts, Bitterfeld-Wolfen):

>>> Startseite

>>> Startseite

Ernst-Thälmann-Ring Wolfen-Nord