Braunschweig - Lehndorf

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Wohnungen errichtet: 2.700 WE

Bauzeitraum: 1934 - 1937


Der Architekt Herman Flesche konzipierte in den 1920er-Jahren für Braunschweigs „Elendsviertel“ Radeklint im Nordwesten der Stadt mit der Siedlung Lehndorf ein Ausweichquartier in Form einer weiterentwickelten Gartenstadt. Da jedoch eine Enteignung landwirtschaftlicher Flächen und die damit verbundene Bebauung erst mit Machtergreifung der Nationalsozialisten möglich wurde, entstand die Siedlung beginnend mit dem Jahr 1934.

Alle 2.700 Wohneinheiten (davon 1.000 WE in Ein- und Zweifamilienhäuser mit Gartenparzellen) wurden innerhalb von drei Jahren errichtet und der Radeklint entsprechend geräumt.

Die Einfamilienhäuser wurden in mehreren, aber unterschiedlichen Bautypen errichtet, welche heute jedoch durch An-, Aus- oder Umbaumaßnahmen oftmals eine gewisse Individualität aufweisen.

Entlang der Saarstraße (West-Ost-Achse) wurden baugleiche und zweigeschossige Mehrfamilienhäuser mit je vier Wohneinheiten errichtet (Bilder 1 bis 3). Im Osten entstanden ebenfalls zweigeschossige Gebäude, jedoch nicht nur entlang der Saarstraße, sondern eher „Dorfkernartig“ (Bilder 10 und 11).

Im Zentrum der Siedlung liegt der Saarplatz mit der Saarstraße. Hier befindet sich auch mit der Schule das markanteste Gebäude: im ursprünglichen Plan sollte dieses eine Kirche werden (Bild 4), welches jedoch nicht mit der faschistischen Ideologie der Nationalsozialisten übereinstimmte und somit eine andere Funktion erhielt.

Quellen: siehe hier

  & eigene Beobachtungen

Fotos: T. Nagel (2014)